Der Nachbarschaftsverein in der Presse
Wissenschaftsstadt Darmstadt ehrte Dieter Gimbel
Verdiente
Bürgerinnen und Bürger werden in Darmstadt traditionell am 30. April
geehrt. Auch in diesem Jahr traf man sich in der Bessunger Orangerie, um zahlreichen
Ehrenamtlichen die Ehrenurkunde für verdiente Bürgerinnen und Bürger
für ihre Verdienste im sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereich
zu verleihen. Auch der Vorsitzende des Nachbarschaftsverein Eberstadt-Süd
e.V. Dieter Gimbel wurde für seine jahrelange ehrenamtliche Arbeit mit
der Auszeichnung nun in beeindruckender Weise gewürdigt. Dieter Gimbel
ist seit der Gründung im Nachbarschaftsverein aktiv. Zunächst hat
er sich in der Vereins eigenen neu gegründeten Arbeitsgruppe „Wohnen
und Umwelt“ betätigt und sich mit außerordentlichem Engagement
für die Belange der Bürgerinnen und Bürger im Quartier eingesetzt.
Die heutigen Stadtteilfeste, (frühere Bürgerfeste) wurden durch
ihn ins Leben gerufen und sind ein fester Bestandteil im Quartier geworden.
Er setzte sich mit Unterschriftsaktionen (auch gegen die lokale Politik) dafür
ein, dass das geplante Hochhaus, (heutiger Aldi-Markt) nicht wie ursprünglich
geplant, gebaut wurde. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Vorsitzender setzte
er neue Impulse, besonders durch die Übernahme der Betreuenden Grundschule
in der Wilhelm-Hauff-Schule und der Ludwig-Schwamb-Schule. Er war an der Umgestaltung
der früheren Mühltalschule zum heutigen Kinderhaus „Paradies“
maßgeblich beteiligt und ist auch Entscheidungsträger im Trägerverbund.
Unter seiner Leitung wurde eine eigene Vollzeitstelle im Kinderhaus „Paradies“
für die offene Kinderarbeit eingerichtet. Auch war er ein Mitbefürworter,
dass das Café Baff dort Räumlichkeiten beziehen konnte. Damit
wurde für Frauen, die nach einer längeren Berufspause wieder ins
Erwerbsleben zurückkehren oder sich qualifizieren möchten, eine
Möglichkeit geschaffen, im so genannten 1. Arbeitsmarkt wieder Fuß
zu fassen. Das Café Baff ist heute eine Begegnungsstätte und ein
Kommunikationspunkt im Stadtviertel. Ab dem 1. Januar 2004 wurde die Schulsozialarbeiterin
für die Wilhelm-Hauff-Schule übernommen. Ebenso arbeitet er auch
im Projekt „Soziale Stadt“ Eberstadt-Süd aktiv mit.
Darmstadts Oberbürgermeister Peter Benz hob in seiner Rede hervor, dass
ohne sozialen Geist keine Gesellschaft existieren kann. Bei Kaffee und Kuchen
wurde der Nachmittag musikalisch vom Chor der 6. Klasse der Edith-Stein-Schule
Darmstadt umrahmt.
Achim Pfeffer
Cornflakes für die Buben, Augen für den Vogel
Betreuende Grundschule - Schwamb-Schule bekommt Hilfe vom Nachbarschaftsverein
Moritz und Jasper, beide sechs Jahre, sitzen nebeneinander und essen Cornflakes.
"Schmeckt leckerer als alles", sagt Jasper, grinst seinen Freund
an und erzählt mit vollen Backen, sein Lieblingsessen sei Nudelauflauf.
Auch zum Thema Hausaufgaben hat Erstklässler Moritz noch etwas beizusteuern.
"Zwei Sachen mit A drin" müsse er am nächsten Tag mitbringen,
und er weiß auch schon, was: eine Apfelsaftflasche und einen Malblock.
Währen sich Moritz etwas Milch einschenkt, damit die Cornflakes schön
schwimmen, sucht sich am Nachbartisch Katharina (7) zwei Augen aus, die sie
ihrem kleinen Papiervogel aufklebt. "Wenn er fertig ist, bekommt er einen
Namen", sagt sie.
Die jungen Eberstädter besuchen die Ludwig-Schwamb-Schule in der Nussbaumallee.
Dort hat der Nachbarschaftsverein Eberstadt-Süd mit beginn dieses Schuljahres
die Trägerschaft der Betreuenden Grundschule übernommen, nachdem
zunächst das Schulamt und dann das Jugendamt der Stadt diese Funktion
übernommen hatten. "Der Beschluss des Landes, das Geld für
die Betreuenden Grundschulengleichmäßig auf alle zu verteilen,
bedeutete, dass für die Schwamb-Schule weniger zur Verfügung steht",
erläutert Dieter Gimbel, Vorsitzender des Nachbarschaftsvereins.
Der Verein hat bereits im August 1992 als Vetragspartner der Stadt das Projekt
"Betreuende Grundschule" an der Wilhelm-Hauff-Schule übernommen;
deren Räumlichkeiten sind im Kinderhaus "Paradies".
Inzwischen hat die Stadt dem Verein für das Projekt in der Schwambschule
17 000 Euro zur Verfügung gestellt. Fünf Mitarbeiterinnen - Hausfrauen
und Mütter - sowie eine erfahrene Erzieherin gewährleisten, dass
Vorschulkinder, Erst- und Zweitklässler (derzeit insgesamt 30) von 7.30
Uhr bis zum Unterrichtsbeginn sowie am Mittag bis 13.30 Uhr betreut werden.
Die Eltern leisten monatlich einen Beitrag von 50 Euro. Geöffnet ist
auch in den Ferien, mit Ausnahme von drei Wochen im Sommer.
Gimbel sagt, es sei nicht leicht gewesen, Betreuerinnen auf der Basis von
325 Euro-Verträgen zu finden. Daniela Hemer-Pfeffermann und Christa Busch
sind zwei von ihnen. Der Umgang mit Kindern bedeute stets auch eine Herausforderung
für die Erwachsenen. "Betreuen"; sagt Dieter Gimbel, "bedeutet
beaufsichtigen, spielen und basteln".
Die Stimmung ist gut. Die Kinder fühlen sich wohl, auch deshalb, weil
sie Klassenkameraden an ihrer Seite wissen. Jandra (7) wäscht sich noch
schnell die Hände, denn ihr Vater Michael Böttger holt sie ab -
meist gegen 13.00 Uhr, heute schon etwas früher. Ihre Freundin Svenja
bleibt noch ein wenig länger und erzählt, am liebsten gefalle ihr
das Schreiben. Sie ist munter bei der Sache und freut sich darauf, zu Hause
ihre "Schlafhasen" Lisa und Paul wieder begrüßen zu können.
Mit Blick auf Moritz und Jasper, die ihre Cornflakes aufgegessen haben, gibt
sie ihr Lieblingsessen preis: "Pizza".
